15. Juni 2014

Völkische Friedensfreunde

Bericht von der Veranstaltung der LINKEN im Linken Zentrum Bauerweg in Elmshorn vom 14. Juni.

„Mahnwachen für den Frieden“ finden mittlerweile in Schleswig-Holstein in Kiel, Flensburg, Husum, Rendsburg und Lübeck statt. Ausgegangen von der ersten Mahnwache in Berlin machen die Veranstalter_innen im Aufruf die Veranstalter mobil „für den Frieden“ und gegen die „FED“, das Notenbanksystem der USA. Anlass genug, uns diese Bewegung etwas genauer anzuschauen.

Der Autor Martin Wassermann berichtete fundiert und kenntnisreich über die bekanntesten Protagonisten der deutschen Verschwörungsideologie, die dort auftreten, etwa Jürgen Elsässer, Andreas Popp oder Lars Mährholz. In der Diskussion ging es dann um Nachfragen zum Thema, aber auch um die Frage, was wir als Linke und friedensbewegte Kräfte dem ideologischen Mischmasch der Mahnwachen entgegensetzen können, auch um zu verhindern, dass Menschen, die sich das erste Mal für den Frieden engagieren, in den Bann rechter Netzwerke geraten.

Aufgelockert wurde die Veranstaltung dann durch Redebeiträge dreier Anhänger der Mahnwachen. Die bestätigten letztlich einige zentrale Thesen des Vortrags über den wahnhaften Charakter einiger dort vertretener Positionen: Deutsches Recht von 1918 gelte, das Grundgesetz hingegen nicht, es gebe keinen Friedensvertrag und die BRD sei kein eigenständiger Staat, sondern eine Kolonie der USA, die FED sei eine Privatbank und gegen alle Kritiker_innen dieser Positionen würde immer wieder die „Antisemitismuskeule“ geschwungen. Diese dargebotenen Positionen machten den Anwesenden noch einmal die Notwendigkeit beharrlicher Aufklärung, auch zu den Zusammenhängen dieser Mahnwachen, deutlich.

Ein Mitschnitt der Veranstaltung gleichen Inhalts, allerdings aus der „Pumpe“ in Kiel (ohne diese zuletzt erwähnten Redebeiträge) findet sich hier.

Ein Artikel zu den Hintergründen der „Mahnwachen für den Frieden“ und die Schilderung konkreter Erfahrungen in Kiel findet sich hier (inklusive eines umfangreichen Dossiers zu den Mahnwachen, das sich unter den Hinweisen am Ende der Seite verlinkt findet)