28. Juli 2015

Nicht verharmlosen sondern handeln!

Der Kreis muss aufhören, die Gefahren für Mensch und Natur, die sich aus dem im Neubaugebiet in Seeth-Ekholt gefundenen Straßenaufbruch ergeben, klein zu reden.

Es handelt sich nicht um einzelne Asphaltbrocken, die dort irgendwie herumliegen. Vielmehr werden in einem Gutachten der Gemeinde vom Mai letzten Jahres unterschiedliche Ablagerungstiefen aufgeführt. Es ist also noch vieles vergraben.

Die Aussage, die von dem Prüflabor angewandte Methode käme so in der Natur nicht vor, ist ein Versuch die Öffentlichkeit bewusst zu täuschen. Es geht darum zu bestimmen, wie stark Schadstoffe, sogenannte "Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe" (PAK) aus den Asphaltbrocken ausgewaschen werden können. Im übrigen entspricht die Methode den Vorgaben der deutschen DIN-Forschungsgesellschaft.

Wenn schon die Arbeit des Prüflabors angezweifelt wird, warum wird dann nicht vom Kreis eine eigene Untersuchung veranlasst? Stattdessen wird der von der Gemeinde aufgesammelte Straßenaufbruch einem Entsorger übergeben und damit einer Untersuchung entzogen.

Die Behauptung, von den getesteten sechzehn PAKs sei das "Benzo(a)pyren" das "eigentlich gefährliche, da krebserregend" ist eine ungeheuerliche Verharmlosung der anderen. In einer Broschüre des Bundesumweltamtes vom November 2012 heißt es bei acht der hier nachgewiesenen PAKs: "Gefahr: Kann Krebs erzeugen, Sehr giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung". Für das oben genannte wird allerdings weitergehend festgestellt, es kann auch "genetische Defekte verursachen, die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, und das Kind im Mutterleib schädigen". Im übrigen wurden die Abfälle nach DIN-Standard aus den sechzehn gefährlichsten PAKs bewertet.

Der Kreis ist als Aufsichtsbehörde für Boden-, Wasser- und Naturschutz zuständig. Er muss gegebenenfalls Anweisung geben, wie mit solchen gefährlichen Abfällen umgegangen werden muss. Stattdessen verlautet aus der Behörde angesichts von kreisweit 312 alten Müllkippen und sonstigen Lagerstätten: "Das sind Sünden der Vergangenheit, mit denen wir leben müssen." Eine solche Haltung ist fahrlässig.

Wir fordern, dass der Kreis dafür sorgt, dass in Seeth-Ekholt der dort liegende und vergrabene Asphalt nachhaltig und sachgerecht entsorgt wird. Das Thema werden wir auf die Tagesordnung von Umweltausschuss und Kreistag bringen.