Schule, Kinder und Jugend

Für eine Schule für alle

Wir treten für die Idee des „gemeinsamen Lernens“ ein. Daher unterstützen wir die Einführung von Gemeinschaftsschulen bei Aufhebung des gegliederten Schulsystems. Aber Gemeinschaftsschulen, die nicht zum Abitur führen, sind ein Etikettenschwindel.

Gemeinsames Lernen bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler individuell und differenziert gefördert werden. Dafür müssen in Gemeinschaftsschulen ausreichend Lehrer, aber auch  sozialpädagogisches und schulpsychologisches Personal vorhanden sein.

Gemeinsames Lernen heißt für uns auch, behinderte und nicht behinderte Kinder in Inklusionsklassen zusammenzuführen und gemeinsam zu unterrichten. Alle Schulen müssen deshalb behindertengerecht ausgebaut und ausgestattet sein. Zudem müssen in  den Inklusionsklassen auch Lehrerinnen und Lehrer mit sonderschulpädagogischer Ausbildung unterrichten.

DIE LINKE fordert kleine Klassen mit je höchstens 25 Schülerinnen und Schülern, damit individuelle Betreuung und Förderung erst möglich wird, damit jedes Kind seine Fragen stellen kann, damit Lehrer und Lehrerinnen eine Chance haben, in unruhigen Klassen eine Lern- und Lehratmosphäre wieder herzustellen

Ferner müssen die Lernmittelfreiheit und die kostenlose Beförderung zu den Schulen gewährleistet werden. Schulpflicht, begründet auch eine Transportpflicht!

Im Kreis Pinneberg entstehen immer mehr Privatschulen, in die Eltern ihre Kinder schicken, weil ihnen das staatliche Schulsystem nicht gut genug ist. Jedoch werden

85 % der Kosten weiterhin vom Staat getragen, größtenteils von Ländern und Kommunen. Milliarden Euro jedes Jahr, die der Finanzierung der öffentlichen Schulen fehlen. DIE LINKE fordert deshalb: Keine Neugründung von Privatschulen im Kreis Pinneberg.

Eine besondere Herausforderung stellt die zu unserem Kreis gehörende, einzige deutsche Hochseeinsel Helgoland dar. Auch dort ist unser Ziel eine Schule für alle, mit der Möglichkeit, mit der Hochschulreife abzuschließen. Fernunterricht via Internet und Webcam sind eine vorstellbare Option. Dies kann mit anderen Inseln und Halligen der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste gemeinsam realisiert werden. Bis dahin werden wir uns dafür einsetzen, dass Kreis und Land ihrer Verpflichtung, gleiche Bildungschancen für alle zu gewährleisten, dadurch nachkommen, dass die Kosten für ggf. notwendige Unterbringung auf dem Festland übernommen werden.

Für den Ausbau von Krippen und Kitas

Es gibt weder genügend Krippenplätze noch ausreichend Plätze für Ganztagsbetreuung. Kindertageseinrichtungen unterstützen die Entwicklung der Kinder zu selbstbewussten und rücksichtsvollen Menschen. Und sie können den Eltern eine verlässliche Erziehungspartnerschaft bieten. Kindertageseinrichtungen wirken familienstützend und sind zudem ein wichtiger Baustein für die Umsetzung von Chancengleichheit im Bildungssystem

Ab August diesen Jahres gibt es einen Rechtsanspruch aller ein- bis dreijährigen Kinder auf einen Kita-Platz. Die langjährige Forderung unser Partei DIE LINKE nach einem Anspruch auf frühkindliche, ganztägige Betreuung wurde somit teilweise verwirklicht. Allerdings hinken Länder und Kommunen mit der Bereitstellung der erforderlichen Plätze hinterher. Der Vorstoß der Bundesregierung, den Eltern, die ihren Anspruch nicht wahrnehmen, ein Betreuungsgeld zu zahlen, ist sozialpolitischer Irrsinn. DIE LINKE fordert dazu auf, das hierfür vorgesehene Geld in den Ausbau der Krippenplätze und die Ausbildung der Erzieher und Erzieherinnen zu investieren, statt Menschen dafür zu bezahlen, dass sie die Ansprüche ihrer Kinder nicht wahrnehmen.

Für bessere Jugendarbeit

DIE LINKE stellt fest, dass Einrichtungen für Kinder und Jugendliche heute überwiegend unter dem Gesichtspunkt der Kosten betrachtet werden. Die Einsicht, dass solche Einrichtungen notwendig sind, beschränkt sich auf die Gewährung und Förderung des Allernötigsten. Der Nutzen wird zur unwichtigen Nebensache. Unzähliges ist dem Rotstift zum Opfer gefallen, neue Ideen werden leicht zum Scheitern verurteilt, weil sie angeblich nicht bezahlbar sind. So sind im Kreis Pinneberg in den letzten Jahren das KAZ und das Apollo in Elmshorn dem Rotstift zum Opfer gefallen und auch aus der Verantwortung für das Pinneberg-Heim Hejsager hat sich der Kreis zurückgezogen.

Die Einsicht, dass Investitionen in unsere Kinder und Jugendlichen Investitionen in die Zukunft sind, ist vielfach kurzfristigen, finanzpolitischen Erwägungen zum Opfer gefallen. Das langfristige Risiko, welches sich dahinter verbirgt, wird außer Acht gelassen. DIE LINKE steht für langfristige, nachhaltige Projekte für und mit Jugendlichen, um den sozialen Problemen von morgen schon heute vorzubeugen.

Das Umfeld von Kindern und Jugendlichen wird zunehmend für viele von ihnen durch Einschränkungen ihrer Lebensbedingungen, Ausgrenzung und fehlende Chancengleichheit bestimmt, Freiräume sind für viele ein unerreichbares Privileg geworden.

Erziehungscamps, härtere Strafen oder gar Kinderknäste sind die falsche Antwort auf Jugendgewalt. Denn zu den Ursachen jugendlicher Gewalt gehören für DIE LINKE vor allem die sozialen Missstände - gefördert durch massiven Sozialabbau in Kommunen, auf Landesebene und im Bund.

Kürzungen der Etats für Soziales und Jugend, fehlende Integration, ein ausgrenzendes Bildungssytem und die Situation auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, treffen besonders Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen.

Wir fordern deshalb eine Sozial-, Bildungs- und Integrationspolitik, die auch diesen Jugendlichen eine Chance für die Zukunft gibt.

DIE LINKE fordert eine verstärkte Jugendarbeit der Öffentlichen Hand, eine Unterstützung der freien und offenen Jugenarbeit. Denn: Jeder Euro, den wir heute in Jugendarbeit stecken, ist eine sinnvolle und notwendige Investition in die Zukunft.